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Wiedersehen mit Folgen

Wo bin ich? Es ist dunkel und ich kann überhaupt nichts sehen.Es riecht nach modriger Erde und nassem Holz.Ich höre das prasselnde Geräusch von Regen,aber es klingt merkwürdig dumpf.Scheiße ich sauf nie wieder was! Ich seh ja was ich davon habe.Aua,mein Kopf! Oder besser formuliert,ich merke es.Was ist hier los? Ich kann nicht aufstehen,da ist ein Brett oder sowas.Bleib ruhig Zoey,denk nach,wo bist du hier bloß gelandet? Und wie ist es eigentlich mal wieder zu so etwas gekommen?
Bis vor zwei Wochen war doch noch alles prima.Endlich war meine Zeit als Assistensärztin der Chirugie vorbei und ein Stelle hatte ich auch schon sicher.Mein kranker perverser Ex weilt nicht mehr unter den Lebenden und meine Schulden war ich auch endlich los.Es war alles perfekt.Ok perfekt ist das falsche Wort,aber es lief alles ganz gut.Bis ja bis Julian mal wieder in der Stadt auftauchte und alles durcheinander brachte.
Zugegeben ich habe mich riesig gefreut ihn wieder zu sehen,obwohl mit ihm eben so viele gute wie schlechte Erinnerungen wieder zum Vorschein kamen und mir klar war, dass es Probleme geben würde.Er hat einfach eine Art an sich die es einem unmöglich macht nein zu sagen. 
So auch in der Nacht vor zwei Wochen.Ich hatte gerade so eine Marathonschicht in der Notaufnahme hinter mir und wollte nur noch nach Hause,ein heißes Bad nehmen und schlafen.Schon beim aufschließen der Wohnungstür fiel mir auf das etwas nicht stimmte.Überall in der Wohnung brannte Licht und aus dem Bad war die Dusche zu hören.Doch anstatt gleich umzudrehen und die Bullen zu rufen,schlich ich mich langsam und vorsichtig in den Flur.Meine rechte Hand umklammerte das Skalpel in meiner Handtasche,dass ich genau für solche Notfälle dort aufhebe,während ich mich Stück für Stück dem Badezimmer näherte.Die Tür stand offen und hinter den Türen der Duschkabine war eine dunkle Sillouette zusehen.
Mein Puls raste schneller,als jemand bei einem Krampfanfall zucken kann.Langsam,ganz langsam arbeitete ich mich in Richtung Dusche vor,das Skalpel so fest umklammert,dass meine rechte Hand begang taub zu werden.Mir Trottel fiel,in meiner Panik,nicht mal auf,dass wer auch immer ja auch meine Silloutte sehen konnte und mein Vorhaben  schon allein deshalb eine scheiß Idee war.Tja jedenfalls gerade als ich mit der anderen Hand die Kabine öffnen wollte,packte mich wer von hinten und riß mich zu Boden.Starr vor Angst, nicht mal in der Lage zu schreien,versuchte ich nur Arme und Beine schützend vor mich zu halten.Vergeben der Kerl,gekleidet in einem abgetragenem,schwarzen Ledermantel und so einer verdammten Skettemaske im Gesicht,drückte meine Arme mühelos zu Boden und beugte sich über mich.Ich hatte mich mit meinem Schicksal schon abgefunden,da ich dachte,ich wüßte genau was nun folgen würde.Oder vielleicht auch nur weil ich einem alten Muster folgte.Ist ja auch egal!Aber statt mir auch noch die Beine zu spreizen und meine Kleidung zu zerreissen,fragte er auf einmal,mit einem ganz sanftem Tonfall  "Na,sowas gibt meine kleine Wildkatze so schnell auf?"
Tränen schossen mir ins Gesicht und Wut und Erleichterung vertrieben zu gleichen Teilen die Angst in mir,da ich seine Stimme schon nach der ersten Silbe erkannte. "Weißt du eigentlich wie süß du aussiehst,wenn du wütend bist?" lautete seine nächste Frage. "Nein! Weißt du eigenlicht was für ein mieses Arschloch du bist Julian?!" entgegnete ich immer noch völlig in rage. Er stand auf und nahm die Halloweenmaske ab.Ich hatte ihn jetzt bestimmt schon seid drei Jahren nicht gesehen,dennoch hatte er sich kein bißchen verändert.Sein schwarzes,leicht gewelltes,schulterlanges Haar,vom dem ihm immer zwei Strähnen frech ins Gesicht fallen,die fast schon kobaltblauen Augen,die makellosen Lippen,das männliche Kinn,die vornehem Blässe und der sportlich,schlanke Körperbau alles sah noch genauso aus wie bei unserem letzten Zusmmentreffen.
"Das wissen wir doch beide und deshalb kommen wir auch so gut miteinander aus"sagte er mit diesem unschuldigen,für ihn so typischen Grinsen und reichte mir seinem Arm,um mir hoch zu helfen.Ich stand auf und schüttelte meine Bewunderung für ihn wieder ab.
"Was willst du hier?Und wie kommst du überhaupt hier rein?"
"Bad habits die hard.Ich kennne dich doch nicht erst seid gestern Zoey.Ich weiß genau ,dass du für den Notfall,einen Ersatzschlüssel an der Einwurfklappe deines Briefkastens deponierst." "Das erklärt wie du hier reingekommen bist,aber nicht was du hier willst!" "Ich bin aus beruflichen Gründen eine Weile in der Stadt und dachte ich könnte ja mal nachsehen wie es meiner besten Freundin und Lieblingsex so geht.Nur das diese allem anschein nach keinen wert mehr auf Freunde legt!"
Ich schluckte innerlich,diese Bermerkung kam dem Stich eines Messers in meinem Rücken gleich.Schließlich war nicht ich es die vor drei Jahren sang-und klanglos verschwand und nichts mehr von mir hören ließ.
"Es tut mir leid Julian.Ich habe eine harte Schicht hinter mir und außerdem hast du mich zu tode erschreckt".
"Mir tut es auch leid meine Liebe,hätte ich gewußt das du so viel arbeitest,hätte ich bescheid gesagt."
"Hättest du nicht!"
"Stimmt"
"War ja klar.Sag mal Julian was zur Hölle ist das da in meiner Dusche?"
"Sieh doch nach wenn du es wissen willst und ich mach uns in der Zwischenzeit eine Flasche Wein auf".
Neugierig wie ich war,öffnete ich die Duschkabine und konnte mir ein schmunzeln nicht verneifen.Da die vermeindliche Gestalt,wegen der ich mir fast in die Hose gemacht hätte,sich als eines meiner schwarzen Seidentücher aus dem Schlafzimmer entpuppte,dass mit der Hilfe eines roten Ballons in der Dusche schwebte.
Als ich mich wieder zu Julian gesellte,hatte dieser es sich schon im Wohnzimmer auf der alten,braunen Ledercouch bequehm gemacht und öffnete gerade eine Flasche Rotwein. "Ist zwar kein Chadonne,aber knallen tut's bestimmt trotzdem"sagte er,während er den Wein kunstvoll in zwei Plastikbecher goß,fast so als wären es unbezahlbare Kristallgläser.Ich setzte mich neben ihm,nahm mir einen Becher und nippte daran.
"Warum so still Süße?Bist du immer noch sauer wegen letztes mal?Ich hätte mich ja auch gern verabshiedet,aber der Fall zu dem ich gerufen wurde,war wirklich dringend.Es ging nicht anders."
"Darum geht es nicht Julian und das weißt du genau!Ich bin es gewohnt das du verschwindest und von Zeit zu Zeit wieder auftauchst.Nur diesmal lagen drei Jahre dazwischen.Drei Jahre ohne Anruf,Brief,Postkarte ja nicht mal eine E-Mail.Ich weiß nicht ob es dir bewußt ist,aber Freunde können ab und zu auf so dumme Gedanken kommen,wie sich Sorgen zu machen.Erst recht,wenn der andere sich nicht meldet."
Ich war auf alles gafasst und watete darauf,dass er meine Kritik mit viel Sarkasmus und Wortwitz auseinander nehmen würde.Doch was dann kam,hatte ich nicht erwartet. Schweigen.Julian saß da,starrte auf seinen Becher und schwieg.Dann stand er plötzlich auf und ging zur Tür.Ohne ein weiteres Wort verließ er die Wohnung.
Und ich? Ich saß immer noch immer verwirrt auf der Couch und konnte es nicht es nicht fassen.Da taucht der Kerl nach drei Jahren wieder auf,nur um dann wieder ohne ein Wort zu verschwinden.Mitsamt Weinflasche verkroch ich mich in mein Schlafzimmer,um mir dort den Kopf zu zerbrechen.Gerade als ich endgültig bechlossen hatte meine Verwirrtheit und die aufkeimenden Erinnerungen in Wein zu ertränken,um schlafen zu können,klingelte das Telefon.Restlos entnervt ging ich ran.
"Hallo Zoey" sagte Julian "laut meiner Uhr bin ich jetzt seid etwas über einer halben Stunde weg.Und na ja nun hab ich mich gemeldet.Ich hoffe das reicht dir als Zeichen meines guten Willens.Tja und falls nicht kann ich wohl auch nichts mehr dran ändern.Falls doch,was hälst du von morgen Abend um 22Uhr im Crazy? Ich warte dort auf dich."
Noch bevor ich antworten konnte,hatte er auch schon wieder aufgelegt.Typisch Julian! Genau wie früher im College immer darauf bedacht das letzet Wort zu haben. So überrumpelt,verwirrt und völlig in Erinnerungen versunken lag ich noch etliche Stunden wach.


Fortsetzung folgt...wenn ich Zeit dafür habe

28.2.09 17:13
 



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